JuVo Schwaben

Junges Vokalensemble Schwaben
Begabungsstützpunkt Augsburg

Brechtfestival 2014 "Lehrstück"

"Lehrstück" von Hindemith/Brecht

Sonntag, 9. Februar 2014 um 18 Uhr

Barbarasaal, Am Katzenstadel 18, 86152 Augsburg

Eintritt: € 15,-, Erm. € 12,-  (Ermäßigte Karten an der Abendkasse), freie Platzwahl

für Chor, Orchester, Solisten, Fernorchester (Blaskapelle) und Schauspiel
Regie: Johanna Schall
Musikalische Leitung: Geoffrey Abbott / Musik: Junges Volksensemble Schwaben unter der Leitung von Andrea Huber / Musiker des Leopold-Mozart-Zentrums u.v.m. / Schauspiel: Sonja Hilberger, Marlen Ulonska / Gesang: Benedikt Bader, Wolfgang Wirsching

Aufführung für Schulklassen am Montag, den 10. Februar 2014 um 11 Uhr im Barbarasaal, Karten und Anmeldung für den Montag im Brechtfestivalbüro!

 

Konzertankündigung in der AZ vom 7.02.2014

Lehrstuck  Bild

In Baden-Baden ist am 28. Juli 1929 die spektakulärste Ohnmacht des deutschen Musiktheaters zu verzeichnen. Während der Aufführung des Lehrstücks heizt sich die Stimmung des Publikums auf, Protestrufe werden laut und überreizte Zuschauer verlassen empört den Saal.
Paul Hindemith als Komponist und Bertolt Brecht wollten mit dem Stück, das hohen improvisatorischen Charakter besitzt, eine avantgardistische Form des Musiktheaters begründen. „Besser als Musik hören ist Musik machen“, lautete das Motto und so sollten die Zuschauer in ein musikalisches „Mitspiel- Theater“ einbezogen werden – allerdings täuschten sich Brecht und Hindemith in der Bereitschaft des Publikums.
Schuld an der Empörung waren nicht zuletzt die kontroversen Themen des Stücks. Eine gescheiterte Atlantiküberquerung gibt Anlass zur Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Natur – und der Technik, die dazwischen steht. Die triumphalen Errungenschaften der Technik werden auf ihren sozialen Nutzen hin untersucht, am Ende steht die Erkenntnis: „Der Mensch hilft dem Menschen nicht.“
Brecht kritisiert mit dem Stück zudem den damals schon ausgewachsenen Konsumterror und dessen negative Auswirkungen auf Individuum und Gesellschaft. Auch seine Vorführung der Menschentypen des „Anpassers“, der sich auch den größten geistigen wie körperlichen Verrenkungen unterwirft und sich selbst verkauft, wie auch des unverbesserlichen Individualisten stießen auf Unmut.
Das Lehrstück wurde in seiner Originalform nur dieses einzige Mal gespielt. Es ist höchste Zeit, es wieder zu aktualisieren und neuer Nachfolge zu empfehlen. Exklusiv für das Festival hat Brechts Enkelin Johanna Schall das Lehrstück neu inszeniert. Mit zwei Chören, einer orchestralen Besetzung, Gesangssolisten und Clowns wird das Lehrstück das Publikum erneut herausfordern – und diesmal hoffentlich auf mehr Bereitschaft stoßen.